Darmgesundheit, Nervensystem & mentale Balance
- Veronika Fabianova
- 16. Feb.
- 3 Min. Lesezeit
Erkenntnisse vom BGM-Roundtable bei Medbase Fit im Job
(Roundtable Darmgesundheit, 22.01.2026, Medbase Fit im Job)

„Wissen schützt vor Dummheit nicht.“
Dieser Satz fiel während des BGM-Roundtables zur Darm-Hirn-Achse und blieb hängen. Er beschreibt präzise, was viele Menschen heute erleben: Noch nie war so viel Gesundheitswissen verfügbar, gleichzeitig fühlen sich immer mehr Menschen erschöpft, reizüberflutet, verdauungssensibel und innerlich unruhig.
Der Roundtable brachte Fachrichtungen zusammen, die im Alltag oft getrennt betrachtet werden: Medizin, Psychiatrie, Ernährungswissenschaft und Systemdenken. Der gemeinsame Nenner:
Der Körper funktioniert als vernetztes System.
Der Körper denkt in Zusammenhängen
Ein zentrales Learning des Nachmittags war eindeutig: Der Mensch verarbeitet Reize über ein fein abgestimmtes Netzwerk aus Nervensystem, Immunsystem, Hormonsystem und Darmmikrobiom.
Diese Systeme arbeiten permanent zusammen und sind eng miteinander verknüpft.
Stress, Ernährung, Bewegung, Schlaf und emotionale Belastungen greifen gleichzeitig in dieses Netzwerk ein.
Die Reaktion des Körpers folgt biologischen Mechanismen und physiologischen Anpassungsprozessen.
Gesundheit entwickelt sich im gelebten Alltag und zeigt sich im täglichen Erleben.
Der Vagusnerv: die Informationsautobahn
Der Vagusnerv spielte im Roundtable eine Schlüsselrolle. Er verbindet Kopfhirn und Bauchhirn, reguliert Verdauung, Herzfrequenz, Entzündungsreaktionen und Stressantworten.
Wenn der Vagus aktiviert ist, dominiert der Parasympathikus:
Verdauung läuft
Regeneration wird möglich
innere Ruhe entsteht
Wenn Stress chronisch wird, kippt das System:
Verdauung wird gedrosselt
Hormone geraten aus dem Gleichgewicht
das Immunsystem bleibt in Alarmbereitschaft
Das Bauchhirn – unser Hochleistungssystem
Der Darm ist kein passives Verdauungsrohr.
rund 8 Meter lang
Oberfläche wie zwei Fussballfelder
Heimat von Milliarden Mikroorganismen
Sitz von rund 80 % der Immunzellen
Er erkennt Nährstoffe, filtert Giftstoffe, produziert Vitamine, beeinflusst Neurotransmitter und kommuniziert permanent mit dem Gehirn.
Oder wie Michael D. Gershon es formulierte:
„Diese zwei sprechen die gleiche Sprache.“

Stress beginnt im Kopf – und landet im Darm
Ein zentrales Thema war die Diskrepanz zwischen früher und heute.
Unser Nervensystem ist evolutionär auf kurze Stressphasen ausgelegt. Heute erleben viele Menschen:
Dauerstress
Zeitdruck
Reizüberflutung
Esskultur im Nebenbei-Modus
Die Folge:
Blähungen
Verstopfung
Völlegefühl
Energieeinbrüche nach dem Essen
Stress drosselt Verdauung, verschiebt Hormone, aktiviert Entzündungsprozesse und verändert langfristig das Mikrobiom.
Wenn die Darmbarriere leidet
Das Roundtable-Modell zum Leaky-Gut-Syndrom machte deutlich:
Magensäureschutz nimmt ab
Schleimhaut wird schwächer
Durchlässigkeit steigt
Substanzen gelangen ungefiltert ins Blut
Das wirkt systemisch auf Energie, Immunsystem, Haut, Psyche und Stoffwechsel.
Psychische Gesundheit beginnt im Darm
Besonders eindrücklich war der Beitrag von Dr. med. Beatrice Maxi Borchard (Psychiatrie & Psychotherapie).
Sie zeigte auf, dass bei vielen psychischen Erkrankungen Veränderungen im Mikrobiom beobachtet werden, unter anderem bei:
Burnout
Depression
ADHS
bipolarer Störung
neurodegenerativen Erkrankungen
Der Darm reguliert:
Neurotransmitter
Immunreaktionen
hormonelle Signalwege
metabolische Prozesse
Das bedeutet nicht, dass der Darm „alles heilt“. Es bedeutet: Ohne Darmregulation bleibt mentale Balance instabil.
Back to the basics – was wirklich hilft
Die einfachsten Empfehlungen waren oft die wirksamsten:
lauwarmes Wasser am Morgen
bewusstes Atmen, Summen, Lachen zur Vagus-Stimulation
Essen nach Appetit, mit Zeit und Kauarbeit
Pausen zwischen den Mahlzeiten
frühes, leichtes Abendessen
Bewegung für die Darmperistaltik
lösliche und unlösliche Ballaststoffe
Fermente und Bitterstoffe
Gesundheit entwickelt sich im Alltag und zeigt sich über das tägliche Erleben, nicht allein in einzelnen Laborwerten.
Und wo kommen Vitalpilze ins Spiel?
Aus meiner Perspektive, und hier spreche ich bewusst nicht therapeutisch, sondern systemisch, sind Vitalpilze interessant, weil sie genau dort ansetzen:
Regulation statt Stimulation
Anpassung statt Überforderung
Begleitung statt Intervention
In der Forschung werden Vitalpilze u. a. im Zusammenhang mit:
Stressachsen
Immunsignalen
oxidativem Gleichgewicht
Darm-Mikrobiom-Interaktionen
untersucht.
Sie ersetzen keine Ernährung, keine Bewegung und keine Therapie.
Sie können jedoch als ruhiger Baustein in ein ganzheitliches System integriert werden.
Mein Fazit
Der Roundtable hat eines klar gezeigt:
Gesundheit ist kein Einzelthema. Sie ist ein Zusammenspiel.
Wer nur Symptome betrachtet, übersieht Zusammenhänge. Wer Systeme stärkt, schafft Stabilität.
Genau hier sehe ich die Aufgabe von https://www.verovitalis.ch/category/all-products
Wissen einordnen. Komplexität respektieren. Verantwortungsvoll begleiten.




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