Reishi (Ganoderma lucidum): Über 400 bioaktive Inhaltsstoffe und was die Forschung heute darüber weiss
- Veronika Fabianova
- 17. Juli
- 5 Min. Lesezeit

Ling Zhi. So nannten ihn die Chinesen vor über 4000 Jahren. Übersetzt heisst das ungefähr "Pilz der spirituellen Kraft". Die Japaner nannten ihn schlicht "göttliches Kraut". Kaiser liessen ihn sich in ihre Gemächer bringen, Gelehrte schrieben ganze Abhandlungen über ihn.
Ich finde das bemerkenswert, wenn ich ehrlich bin. Eine Kultur hält einen Pilz über vier Jahrtausende in höchsten Ehren, und die meisten Menschen, denen ich in der Schweiz begegne, haben höchstens mal den Namen "Reishi" auf einem Etikett gesehen. Was wirklich in ihm steckt, weiss fast niemand.
Genau das möchte ich in diesem Artikel ändern. Ohne Versprechen. Nur mit dem, was tatsächlich in diesem Pilz drin ist und was Forschung heute dazu weiss.
Woher der Pilz kommt, der aussieht wie lackiertes Holz
Reishi, botanisch Ganoderma lucidum, wächst an Baumstämmen und Wurzeln, oft im Boden verborgen. Seine Kappe glänzt tatsächlich wie lackiert, fast wie poliert. Genau das hat ihm seinen Übernamen "Lackporling" eingebracht.
Er gehört zu den am besten dokumentierten Vitalpilzen der traditionellen chinesischen Kräuterkunde. Was in westlichen Laboren heute an ihm untersucht wird, ist eine ziemlich lange Liste an bioaktiven Verbindungen, und genau die schauen wir uns jetzt an.
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Die wichtigsten Inhaltsstoffe von Reishi und was Forschung dazu untersucht
Organisches Germanium
Reishi enthält organisches Germanium in bemerkenswerter Konzentration: Forschende sprechen von einem deutlich höheren Gehalt als bei vielen anderen bekannten Adaptogenen. Germanium wird in wissenschaftlichen Arbeiten im Zusammenhang mit dem Sauerstofftransport im Blut diskutiert. Ein Thema, das aktuell vor allem in der Sportwissenschaft und Höhenmedizin Beachtung findet.
Dieses Nukleosid wird traditionell mit der Regulierung des Blutflusses in Verbindung gebracht. In der Forschung wird untersucht, wie Adenosin an Prozessen rund um den Fettstoffwechsel und die Hormonbalance beteiligt sein könnte.
Die wohl am intensivsten erforschte Stoffgruppe im Reishi. Polysaccharide, insbesondere Beta-Glucane, stehen im Fokus zahlreicher Untersuchungen zum Immunsystem. In Japan wurden bestimmte Reishi-Polysaccharid-Präparate pharmazeutisch weiterentwickelt, was zeigt, wie ernst diese Stoffgruppe in der Forschung genommen wird.
Sie sind verantwortlich für den charakteristisch bitteren Geschmack von Reishi. Triterpene stehen im Zentrum vieler Studien zu entzündungsbezogenen Prozessen, antioxidativem Schutz und der Leberfunktion. Auch der bittere Nachgeschmack, den viele beim ersten Kontakt mit Reishi kennen, geht auf diese Verbindungen zurück.
Sterole
Pflanzliche Sterole werden im Zusammenhang mit dem Fettstoffwechsel untersucht, ein Forschungsfeld, das auch bei vielen anderen pflanzlichen Lebensmitteln relevant ist.
Mineralstoffe und Vitamine
Reishi liefert unter anderem Selen, ein Spurenelement mit antioxidativen Eigenschaften, sowie B-Vitamine und verschiedene Mineralstoffe und Spurenelemente. Auch das erklärt, warum er in modernen Longevity-Konzepten immer wieder auftaucht.
Warum ich bei Aussagen zu Reishi bewusst vorsichtig bin
Wenn du im Internet nach Reishi suchst, findest du schnell Behauptungen wie "wirkt gegen Krebs" oder "heilt Bluthochdruck". Ich möchte an dieser Stelle ehrlich sein: Solche Aussagen sind nicht nur rechtlich problematisch, sie sind auch wissenschaftlich unseriös.
Was es tatsächlich gibt: eine wachsende Zahl an präklinischen Studien, also Zell- und Tierstudien, die sich mit den einzelnen Inhaltsstoffen von Reishi beschäftigen. Manche dieser Untersuchungen sind vielversprechend. Aber ein Laborergebnis an Zellen oder Mäusen ist etwas völlig anderes als eine belegte Wirkung beim Menschen. Grössere, kontrollierte Humanstudien fehlen für die meisten dieser Fragestellungen bislang.
Ich verkaufe dir kein Wundermittel. Ich verkaufe dir einen Pilz mit einer 4000-jährigen Tradition und einer spannenden, aber noch jungen Forschungslage – und die Ehrlichkeit, dir genau das auch so zu sagen.
Wenn du tiefer einsteigen möchtest, lies auch unseren Artikel über Reishi, der Pilz den die Schweiz gerade entdeckt
Worauf du achten solltest, wenn du Reishi kaufst
Nicht jeder Reishi-Extrakt ist gleich. Die Verarbeitung beeinflusst, welche Inhaltsstoffe im Extrakt enthalten sind und in welcher Konzentration sie vorliegen.
Worauf ich selbst achte:
ganzer Fruchtkörper statt Myzel auf Getreidesubstrat
Doppel-Extraktion, da manche Verbindungen wasserlöslich, andere alkohollöslich sind
laborgeprüfte, ausgewiesene Beta-Glucan-Werte
transparente Herkunft und Herstellung
keine unnötigen Zusatz- oder Füllstoffe
Häufige Fragen zu den Inhaltsstoffen von Reishi-Ganoderma lucidum
Ist Germanium in Reishi gefährlich?
Organisches Germanium, wie es natürlicherweise in Pflanzen und Pilzen vorkommt, wird in der Forschung anders bewertet als anorganisches Germanium aus Nahrungsergänzungsmitteln vergangener Jahrzehnte. In der Menge, wie es in Reishi natürlich vorkommt, gilt es als unbedenklich.
Was sind Beta-Glucane genau?
Beta-Glucane sind eine Untergruppe der Polysaccharide, die vor allem in den Zellwänden von Pilzen vorkommen und im Zentrum vieler Untersuchungen zum Immunsystem stehen.
Warum schmeckt Reishi so bitter?
Der bittere Geschmack stammt von den enthaltenen Triterpenen, ein Hinweis darauf, dass ein Extrakt tatsächlich konzentriert und wirkstoffreich ist.
Sind die Studien zu Reishi aussagekräftig?
Ein grosser Teil der bisherigen Forschung besteht aus Zell- und Tierstudien. Diese liefern wichtige Hinweise, ersetzen aber keine grossangelegten Humanstudien, die für viele Fragestellungen noch aussstehen.
Wie erkenne ich einen hochwertigen Reishi-Extrakt?
An Kriterien wie Fruchtkörperbasis, Doppel-Extraktion, ausgewiesenen Polysacchariden-Werten und einer transparenten Herstellung.
Fazit: Ein alter Pilz, hunderte junge wissenschaftlivche Forschungen
Reishi bringt eine beeindruckende Fülle an bioaktiven Verbindungen mit, Germanium, Adenosin, Polysaccharide, Triterpene, Sterole, Mineralstoffe. Vieles davon wird heute aktiv erforscht, manches ist bereits gut dokumentiert, vieles steht noch am Anfang.
Was mich an diesem Pilz nach Jahren immer noch fasziniert, ist genau diese Kombination: eine jahrtausendealte Tradition, die sich mit moderner Wissenschaft trifft, ohne dass die eine die andere ersetzen muss.
Unser Reishi-Extrakt entsteht aus dem ganzen Fruchtkörper, wird in der Schweiz vertrieben und von unserem Hersteller NAJA Forest sorgfältig hergestellt, alkoholfrei, chitinfrei, BIO-zertifiziert, mit hoher Bioverfügbarkeit.
Wenn du neugierig geworden bist: Wirf gerne einen Blick in unseren Shop.
Über die Autorin
Nika ist Gründerin von Verovitalis, einem Schweizer Unternehmen für hochwertige Vitalpilz-Flüssigextrakte in der Schweiz. Sie beschäftigt sich seit Jahren mit traditioneller Mykologie, moderner Forschung sowie Routinen rund um Regeneration und Longevity.
Auswahl wissenschaftlicher Literatur und weiterführender Quellen
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Isao Tani, Institut für Medizinische Forschung, Kinki University (Japan). Untersuchungen zu Bluthochdruck sowie blutdruckbedingten Kopf- und Nackenschmerzen.
Kiyoshi Uebara, Kinki Hospital (Japan). Untersuchungen zu Arteriosklerose, Schlaganfall und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Dr. Mitsui Hashimoto, Hashimoto Hospital (Japan). Untersuchungen zu akuter und chronischer Hepatitis.
Dr. Hiroshi Kawai, Kinki University (Japan). Forschung zu Brustkrebs, Darmkrebs und Magenkrebs.
Dr. Yoshinori Imanishi, Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe (Japan). Untersuchungen zu Wechseljahren und Menstruationsbeschwerden.
Prof. Fumio Tsurandi, Nagoya University Medical Institute (Japan). Forschung zu Nierenerkrankungen.
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